Organspende

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Sich über die Organ- und Gewebespende Gedanken zu machen, ist nicht selbstverständlich, denn dieses Thema bedeutet auch, sich mit dem Tod und der eigenen Endlichkeit auseinander zu setzen. Eine Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende ist wichtig, da sonst im Fall der Fälle die Angehörigen entscheiden müssen. Um die eigene Entscheidung wahren zu können, sollte diese dokumentiert und den Angehörigen mitgeteilt werden. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen im Überblick, die Ihnen helfen sollen, Ihre Entscheidung zu treffen.


Es ist wichtig, sich mit dem Thema Organ- und Gewebespende intensiv auseinanderzusetzen, um eine persönliche Entscheidung treffen zu können. Die eigene Entscheidung sollte in einem Organspendeausweis festgehalten und möglichst bei den Personalpapieren bei sich getragen werden, damit diese auch tatsächlich im Fall der Fälle berücksichtigt werden kann.

 

Der erste Schritt ist getan. Nun sollte auch mit den Angehörigen über das Thema gesprochen und die eigene Entscheidung mitgeteilt werden. Denn so kennen die Angehörigen den eigenen Willen und können diesen im Fall der Fälle entsprechend berücksichtigen.

Der Organspendeausweis dient als verbindliches Dokument der eigenen Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende. Daher sollte dieser immer mit den Personalpapieren bei sich getragen werden, damit er im Notfall schnell gefunden werden kann. Anders als bei der Knochenmarkspende gibt es bei der Organ- und Gewebespende keine Registrierung der Spender.

 

Seit November 2012 werden alle Personen ab 16 Jahren von ihrer Krankenkasse angeschrieben und zu einer freiwilligen Entscheidung aufgefordert. Um diese Entscheidung dokumentieren zu können, stellen die Krankenkassen bzw. Versicherungsunternehmen kostenlos Organspendeausweise und Informationsmaterial zur Verfügung.

 

Folgende Organe/Gewebe können gespendet werden: Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Darm und Teile der Haut sowie Hornhaut der Augen, Herzklappen und Teile der Blutgefäße, des Knochengewebes, des Knorpelgewebes und der Sehnen (Gewebe). Bei der Knochenmarkspende werden Stammzellen entnommen.

 

Grundsätzlich kann jeder Mensch Organspender werden. Minderjährige können ihre Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende ab dem 16. Lebensjahr und ihren Widerspruch ab dem 14. Lebensjahr erklären. Eine Einwilligung der Eltern ist nicht notwendig. Eine Begrenzung bis zu welchem Alter eine Spende möglich ist gibt es nicht. Auch Hautfarbe, Religionszugehörigkeit oder sexuelle Orientierung sind keine Ausschlusskriterien. Lediglich wenige Vorerkrankungen schließen eine Organspende direkt aus. Wichtig ist jedoch immer die Feststellung des Hirntodes und die Zustimmung zur Organ- und Gewebespende, denn nur dann dürfen Organe und Gewebe entnommen werden.

 

Körpergewebe ist aufgrund seiner Vielfältigkeit für die Behandlung verschiedener Erkrankungen und Verletzungen einsetzbar. So können Augenhornhaut, Blutgefäße, Haut, Herzklappen und Knochen gespendet werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen körpereigener Spende, also von einer Patientin oder einem Patienten selbst, und dem Gewebe einer fremden, verstorbenen oder auch lebenden Person. Gewebespenden werden in der Regel nicht sofort transplantiert, sondern zunächst in speziellen Gewebebanken gereinigt, aufgearbeitet und konserviert.

 

Der Hirntod bedeutet den kompletten und unwiderruflichen Ausfall aller Gehirnfunktionen und wird deshalb als irreversibles Todeszeichen angesehen. Der Hirntod wird von zwei Ärzten unabhängig voneinander nach den Richtlinien der Bundesärztekammer festgestellt und dokumentiert.

 

Bei der Organentnahme werden keine schmerzstillenden Medikamente verabreicht, weil eine Schmerzwahrnehmung beim Hirntod nicht mehr möglich ist. Jedoch können spontan oder als Reaktion auf äußere Reize durch die Tätigkeit des Rückenmarks Bewegungen der Arme und Beine auftreten. Diese Bewegungen, die sogenannten Lazarus-Zeichen, sind für den Hirntod geradezu typisch. Sie haben mit dem personalen Leben des Menschen nichts zutun und weisen auch nicht auf Schmerzempfindungen hin.

 

Sobald der Hirntod festgestellt wurde und eine Zustimmung des Verstorbenen oder der Angehörigen vorliegt, werden der DSO die relevanten Informationen vermittelt, sodass sie sich um weitere Abläufe kümmern kann. Hierzu zählen u.a. die Koordinierung weiterer Untersuchungen, die Weiterleitung der erhobenen Daten an Eurotransplant zur Ermittlung eines geeigneten Empfängers oder einer Empfängerin oder die Organisation des Transports der entnommenen Organe.

 

Neben der DSO ist auch die Stiftung Eurotransplant für den Organspendeprozess verantwortlich. Sie kümmert sich um die Vermittlung der Organe nach Richtlinien der Bundesärztekammer, wobei diese nach Dringlichkeit, Erfolgsaussicht sowie Wartezeit vergeben werden.

Das Transplantationsteam geht zu jedem Zeitpunkt respektvoll mit dem Körper der oder des Toten um. Die Entnahme findet in einem Operationssaal statt, die Regeln der medizinischen Kunst werden wie bei anderen chirurgischen Eingriffen beachtet. Nach der Entnahme verschließen die Ärztinnen und Ärzte die operativen Einschnitte wieder, um den Körper zur Beisetzung  an die Angehörigen zu übergeben. Ein würdevolles Abschiednehmen ist immer möglich.

 

Eine Lebendspende ist nur unter Verwandten ersten oder zweiten Grades, zum Beispiel Eltern und Geschwistern, unter Ehepartnern, Verlobten oder unter Menschen, die sich persönlich sehr nahe stehen erlaubt. Es können in Deutschland die Niere oder ein Teil der Leber lebend gespendet werden. Eine Lebendspende muss sehr sorgfältig abgewogen werden.  Wie jede andere Operation stellt eine Organentnahme für den Spender ein medizinisches Risiko dar.

 

Egal wie Sie sich entscheiden, es ist wichtig diese Entscheidung schriftlich festzuhalten.

Organspendeausweise erhalten Sie bei Ärzten, Krankenkassen und in unserem Hause.